Whatsapp Abofalle – Rechtliche Schritte Betroffener

Whatsapp Abofalle
Getarnte Abofalle bei Whatsapp

Kommunikationsplattform Whatsapp

Über den beliebten Messenger „WhatsApp“ verbreitet sich in der Vorweihnachtszeit zum wiederholten male eine sogenannte „Abofalle“. Es ist nichts Neues, dass Kommunikationsclienten wie WhatsApp zweckentfremdet genutzt werden können. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder derartige Versuche, ahnungslose Nutzer des zu schädigen oder in kostenpflichtige Abonnements zu locken.

Getarnte Informationsnachricht

Aktuell bekommen viele Nutzer von WhatsApp eine vermeintliche „Informationsnachricht“. Diese Nachricht fordert dazu auf, sich die neuen bewegten Emoticons und Smileys anzuschauen. Smileys gehören zur digitalen Kommunikationsvielfalt einfach dazu. Die Verlockung ist daher – gerade bei technisch nicht so versierten Smartphone Nutzern – groß, scheinbar neue animierte Gesichtsausdrucksgrafiken kostenfrei nutzen zu können. Doch hinter dem Link zu den angepriesenen Smileys steckt alles andere als ein vorzeitiges Weihnachtspräsent. Über die Aktivierung des Hyperlinks verlässt ein unbedarfter Empfänger der Nachricht die Kommunikationsapplikation und wird auf eine eigens zu diesem Zwecke erstellte Seite geleitet.

Teure Abofalle

Auf dieser Seite wird der Nutzer zunächst aufgefordert, diesen Link mittels einer WhatsApp Nachricht mit seinen Freunden zu teilen. Über diesen perfiden „Kniff“ soll mittels der geschaffenen Vertrauensbasis über das „Empfehlen“ einer Person in der Kontaktliste die Verbreitung der Schadseite angekurbelt werden. Anschließend wird der Nachrichtenempfänger auf der Seite angehalten seine Handynummer einzugeben. Mit Bestätigung startet der angebliche Download der Smileys. Vorrangig wird aber durch die Bestätigungsaktion ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen. Über das Abonnement sollen dem Handynutzer wöchentlich anfallende Kosten in Höhe von 12 Euro auferlegt werden. Auf die Kostenpflichtigkeit und den Abo-Charakter des Angebots wird nur beiläufig hingewiesen.

Böses Erwachen beim Blick auf die Mobilfunkrechnung

Erst mit der Mobilfunkrechnung werden sich die meisten Handybesitzer dann Gewahr darüber, dass sie einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen haben bzw. auf eine Abofalle hereingefallen sind. Denn diese Drittanbieterleistungen werden über den Mobilfunkanbieter im Rahmen der normalen monatlichen Handyrechnung abgerechnet. Der Mobilfunkanbieter übernimmt sozusagen das Inkasso für den Drittanbieter.

In die Abofalle getappt – was nun?

Hier kann dem überrumpelten Rechnungsempfänger nur angeraten werden, den auf dieses Abonnement entfallenden Betrag nicht zu zahlen und der entsprechenden Rechnung umgehend zu widersprechen. Rein rechtlich liegt nämlich keine adäquate Willensbetätigung des Smartphonenutzers zum Abschluss eines solchen Vertrages vor. Demfolgend ermangelt es an an einem wirksamen Vertragsschluss über das Abonnement.

Prophylaktisch schützen kann sich der Mobilfunkkunde vor solchen Inkassodienstleistungen nur, indem er bei seinem Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre hinterlegen lässt. Eine Drittanbietersperre schützt davor, dass ohne Zustimmung des Mobilfunkkunden Geld von dem Mobilfunkpartner für Drittanbieter über die Mobilfunkrechnung eingezogen wird. Die Drittanbieter müssen sich also direkt an den Vertragspartner der Abofalle wenden. Die Einrichtung einer solchen Drittanbietersperre ist regelmäßig unentgeltlich. Über die Einzelheiten zur Drittanbietersperre sollte sich der Mobilfunkkunde jedoch durch sein Mobilfunkunternehmen informieren lassen.

Liegt eine solche Drittanbietersperre nicht vor und hat der Smartphonenutzer seinem Telekommunikationsdienstleister eine Einzugsermächtigung erteilt, wird das Geld entweder direkt vom Konto des Users eingezogen oder mit vorhandenen Prepaidguthaben verrechnet.

Sofern der Rechnungsbetrag aufgrund eines vorhandenen Lastschriftauftrages direkt vom Konto abgebucht wird, sollte der Mobilfunkkunde den eingezogenen Betrag umgehend zurückbuchen lassen und nur den auf die tatsächlichen Mobilfunkleistungen entfallenden Betrag an seinen Mobilfunkpartner überweisen. Das bedeutet, die Rechnung wird um den auf das Abonnement entfallenden Betrag gekürzt.

Sofern keine Einzugsermächtigung vorliegt und der Kunde den Betrag überweisen soll, ist anzuraten, ebenfalls den Betrag von der Rechnung einzubehalten, der auf die Abofalle entfällt.

Bei Prepaidkarten wird der Betrag meistens sofort von der Prepaidkarte abgebucht. Das bedeutet, dass der Mobilfunkkunde den abgebuchten Betrag selbständig einfordern muss. Hierzu sollte sich der Smartphonebesitzer im jeden Fall anwaltlicher Hilfe bedienen. Um weitere Belastungen der Prepaidkarte zu vermeiden, hat er die Möglichkeit, sich das Guthaben der Prepaidkarte auszahlen zu lassen.

Merkt ein Smartphonenutzer, dass er bei seinem Mobilfunkanbieter „auf Granit beißt“, sollte sich der Betroffene möglichst zeitnah anwaltlicher Hilfe bedienen. Denn – wie dargelegt – sind so zustande gekommene Verträge zumeist unwirksam. Die anwaltliche Beratung sollte sich nicht allein den aufkommenden Drittanbieterforderungen widmen, sondern möglichst auch Aspekte der Aufrechterhaltung des Telekommunikationsdienstleistungsverhältnisses sowie Fragen zu etwaig angestrengten Inkassomaßnahmen wie gerichtlichen Mahnbescheiden oder SCHUFA Einträgen thematisieren.