|
Nachrichtenarchiv Februar 2008
Die Rechtsanwaltskanzlei Rassi Warai bietet Ihnen stets aktuelle
Informationen auf dem Gebiet des Medizinrechts und des Rechts
der Neuen Medien. Auch ältere Rechtsprechung können Sie in
unserem Nachrichtenarchiv
suchen. Nutzen Sie hierzu einfach das Suchformular in
unserem "Aktuell"-Link.
Schriftform der Kündigung / Anforderungen an die
Unterschrift - BAG, 24.01.2008, 6 AZR 519/07
Wer einen Arbeitsvertrag wirksam kündigen möchte, der hat
das Kündigungsschreiben unter Beachtung der
Schriftformvoraussetzung des § 623 BGB, mit seinem vollen
Namen zu unterzeichnen. Eine Paraphierung mit einem Kürzel
ist hierfür unzureichend, nach dem BAG bedarf es eines
kompletten Namenszugs.
Keine Haftung des Providers für Webseiten - OLG
Frankfurt am Main, 21.08.2008, 6 W 10/08 - Quelle: OLG
Pressemitteilung vom 23.01.2008
Ein Internet Provider, der seinen Kunden Internetseiten
zugänglich macht, ist nicht für den Inhalt derselben
verantwortlich. Auch eine Haftung für wettbewerbswidrige
Inhalte besteht gegenüber dem Provider nicht. Insoweit
unterscheiden sich Provider von Internet Auktionshäusern,
denen der BGH mit Urteil vom 12.07.2007, AZ I ZR 18/04, eine
Haftung für die auf ihrer Auktionsplattform angebotenen
jugendgefährdenden Schriften angemaßt hat. Sobald des
Auktionshaus Kenntnis von einem jugendgefährdenden Angebot
auf seinen Seiten erlangt, trifft es eine
Verkehrssicherungspflicht und zwar auch im Hinblick auf die
Unterbindung künftiger gleichartiger Rechtsverstöße.
Schadensersatz bei nicht berechtigter Forderung auf
Mängelbeseitigung - BGH, 23.01.2008, VIII ZR 246/06 -
Quelle: BGH Mitteilung der Pressestelle Nr. 16 vom
23.01.2008
Wenn sich die Forderung eines Käufers auf Mängelbeseitigung
als unbegründet erweist, erwächst dem Verkäufer seinerseits
ein Anspruch auf Schadensersatz gegen den Käufer, soweit der
Käufer erkannt (oder fahrlässig nicht erkannt) hat, dass
kein Mangel vorliegt. Dies gilt nicht, wenn zunächst
objektiv nicht festgestellt werden kann, ob ein Mangel
vorliegt.
Fusionskontrolle auch bei Krankenhauszusammenschlüssen -
BGH, Beschluss vom 16. Januar 2008, KVR 26/07 -
Quelle: BGH Mitteilung der Pressestelle Nr. 13 vom
17.01.2008
Nach dem Beschluss des Kartellsenats des Bundesgerichtshofs
unterliegt ein Zusammenschluss von Krankenhäusern der
Fusionskontrolle nach §§ 35 ff GWB. Der funktionierende
Wettbewerb zwischen Krankenhäusern soll dauerhaft zum Wohl
der Patienten erhalten bleiben. Insoweit sind
Zusammenschlusskontrollen erforderlich, um die Entstehung
einer marktbeherrschenden Stellung zu vermeiden.
Kündigung von leistungsschwachen Arbeitnehmern - BAG,
17.01.2008, 2 AZR 536/06 - Quelle: BAG Pressemitteilung Nr.
5/08
Arbeitgeber können unter bestimmten Voraussetzungen
leistungsschwachen Arbeitnehmern kündigen. Eine
verhaltensbedingte Kündigung gegenüber einem
leistungsschwachen Arbeitnehmer ist § 1 Abs. 2 KSchG
gerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer die
arbeitsvertraglichen Pflichten durch fehlerhaftes Arbeiten
vorwerfbar verletzt. Eine überdurchschnittliche Fehlerquote
über einen längeren Zeitraum genügt allerdings nicht. Sie
ist allenfalls ein Indiz für eine vorwerfbare Verletzung der
arbeitsvertraglichen Pflichten.
Keine Überwachungspflicht für Anschlussinhaber bei
Benutzung des Internetanschlusses durch Familienangehörige
- OLG Frankfurt am Main, 20.12.2007, 11 W 58/07 - Quelle:
OLG Pressemitteilung vom 08.01.2008
Es gibt keine generelle Verpflichtung des Inhabers
eines Internetanschlusses zur Überwachung von
Familienangehörigen bei der Nutzung des Anschlusses. Diese
Pflicht besteht allein dann, wenn sich dem Anschlussinhaber
konkrete Anhaltspunkte dafür bieten, dass der Anschluss zu
Rechtsverletzungen missbraucht werden könnte.
Opfer von Verkehrsunfällen dürfen am Gerichts ihres
Wohnsitzes Klage gegen die Versicherung des
Unfallverursachers erheben - EuGH, 13.12.2007, C-463/06
- Quelle: EuGH Pressemitteilung Nr. 92 vom 13.12.2007
Als Geschädigter eines Verkehrsunfalls kann man vor dem
Gericht seines Wohnsitzes (und damit im Inland) eine Klage
gegen die Versicherung des Unfallverursachers erheben,
soweit die Versicherung des Unfallgegners ihren Sitz in
einem EU-Mitgliedstaat hat. Der EuGH verweist insoweit auf
die gerichtliche Zuständigkeit nach der Verordnung Nr.
44/2001 (EuGVVO). Diese leitet der EuGH aus dem Verweis des
Art. 11 Abs. 2 der Verordnung auf Art. 9 Abs. 1 Buchstabe b
der Verordnung ab, sodass die in Versicherungsstreitigkeiten
als schwächer einzustufenden Personen einen günstigeren
Schutz genießen sollen, als die stärkere Partei.
Recht des Käufers zur sofortigen Minderung des
Kaufpreises bei arglistigem Verschweigen eines behebbaren
Mangels durch den Verkäufer - BGH 09.01.2008, VIII ZR
210/06 - Quelle: BGH Mitteilung der Pressestelle Nr. 6 vom
09.01.2008
Wenn der Verkäufer dem Käufer einen Mangel bei Abschluss des
Kaufvertrags arglistig verschwiegen hat, so hat der Käufer
das Recht auf eine sofortige Rückabwicklung. Einer
vorherigen Fristsetzung zur Mangelbeseitigung bedarf es
nicht. Vielmehr kann der Käufer sofort die Minderung des
Kaufpreises verlangen oder de Rücktritt vom Vertrag
erklären. In der Urteilsbegründung des BGH ist in einem
solchen Fall regelmäßig die für eine Mangelbeseitigung durch
den Verkäufer erforderliche Vertrauensgrundlage beschädigt
und zwar unabhängig davon, ob der Mangel durch einen Dritten
beseitigt werden soll.
Neuer Basiszinssatz -
Deutsche Bundesbank, Pressemitteilung vom 28.12.2007
Nach Bekanntgabe der Deutschen Bundesbank im Bundesanzeiger
vom 29.12.2007 ist der Basiszinssatz des BGB mit Wirkung zum
1.1.2008 von 3,19 auf 3,32 Prozent gestiegen. Dies ist
künftig bei der Geltendmachung von Verzugszinsen nach § 288
BGB zu berücksichtigen. |