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Nachrichtenarchiv August 2008
Die Rechtsanwaltskanzlei Rassi Warai bietet Ihnen stets aktuelle
Informationen auf dem Gebiet des Medizinrechts und des Rechts
der Neuen Medien. Auch ältere Rechtsprechung können Sie in
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Keine zwingende Haftung des neuen Firmeninhabers für
rückständige Sozialversicherungsbeiträge bei der Übernahme
-
LSG Rheinland Pfalz, Urteil vom 13.08.2008, L 4 R 366/07
- Quelle: Datenbank Landesrechtsprechung Rheinland-Pfalz
Aug. 2008
Gegenüber einem Firmennachfolger besteht grds. kein Anspruch
auf Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen, wenn die
ursprünglichen Firmeninhaber diese Beiträge nicht entrichtet
haben. In diesen Fällen fehlt es regelmäßig an der
gesetzlichen Grundlage für eine Inanspruchnahme des neuen
Firmeninhabers. Der § 25 HGB greift hier nicht, da sie nur
Geschäftsverbindlichkeiten erfasst und
Geschäftsverbindlichkeiten beinhalten zivilrechtliche
Ansprüche. Dies geht aus der Wortwahl des § 25 HGB hervor,
der die Begriffe "Schuldner" und "Forderung" verwendet und
insoweit Bezug auf den das Bürgerliche Recht, insbesondere
das Recht der Forderungen (§§ 241 Abs. 1 Satz 1; Abs. 2; 398
BGB), nimmt. Eine entsprechende Regelung zum
Forderungsübergang öffentlich-rechtlicher Beiträge zur
gesetzlichen Sozialversicherung besteht nicht.
Empfänger von ALG II müssen der Arbeitsagentur
Kontoauszüge vorlegen - BSG, Urteil vom 19.09.2008, B 14
AS 45/07 - Quelle: BSG Medieninformation Nr. 45/08
Ein Arbeitslosengeld II Empfänger ist verpflichtet auf
Verlangen der ARGE seine Kontoauszüge und eine
Kontoübersicht vorzulegen. Dies hat gem. § 60 I Nr. 3 SGB I
bei jedem Antrag (auch Nachfolgeanträgen) zu erfolgen.
Andernfalls kann das Arbeitslosengeld II wegen fehlender
Mitwirkung versagt werden. Aus dem Sozialdatenschutzaspekt
des § 67 Abs. 12 iVm. § 67a Abs. 1 SGB X kann der Betroffene
aber auf seinem Kontoauszug bestimmte Zahlungsvorgänge
unkenntlich machen. Dies gilt allerdings nur für die
Sollstellung (Ausgaben) der Kontobewegungen.
Vereine der Fußball-Bundesliga können den "Schwarzhandel"
mit Karten nicht vollständig verbieten - BGH, Urteil vom
11.09.2008, I ZR 74/06 - Quelle: BGH Pressemitteilung Nr.
170/08 vom 12.09.2008
Fußballvereine können den Handel mit Eintrittskarten nur
teilweise untersagen. Ein Verein braucht nicht hinzunehmen,
dass ein Wiederverkäufer von der Vertriebsorganisation des
Vereins Karten zum Weiterverkauf erwerben. Der Verein kann
dem Händler aber nicht den Handel mit Eintrittskarten
verbieten, soweit dieser die Karten von einer Privatpersonen
erworben hat.
Krankenhäuser haften für Infektion im Krankenhaus nur bei
nachgewiesenem schuldhaften Fehlverhalten ihres Personals
- LG München, Urteil vom 27.08.2008, 9 O 13805/05 - Quelle:
Pressestelle des LG München vom 27.08.2008
Auch wenn ein Gutachten eines gerichtlich bestellten
Sachverständigen bestätigt, dass sich ein Patient
tatsächlich in einem Krankenhaus infiziert hat (etwa mit
Hepatitis C), begründet dies noch kein schuldhaftes
Fehlverhalten des Krankenhauses. Hierzu muss das
Auftreten der Infektion auf der Verletzung hygienischer
Standards beruhen. Diesem Umstand hat der Patient zu
beweisen.. |