Waldorf Frommer Rechtsanwälte | Hilfe bei Abmahnung Waldorf Frommer

Sie haben eine Abmahnung, einen gerichtlichen Mahnbescheid oder gar eine Klage aufgrund von Filesharing Aktivitäten von der Rechtsanwaltskanzlei Waldorf Frommer Rechtsanwälte erhalten? Der von der Kanzlei Waldorf Frommer Rechtsanwälte vertretene Rechteinhaber fordert von Ihnen unter einer kurzen Fristsetzung eine Unterlassungserklärung und Sie suchen Hilfe?

Unsere Rechtsanwälte helfen Ihnen gern. Mit folgendem Beitrag möchten wir versuchen, einige offene Fragen die sich einem Abgemahnten nach Empfang des Abmahnschreibens ergeben, zu klären.

Worum geht es? – Rechteinhaber, Abmahner und Ermittlungsunternehmen

Die Münchner Rechtsanwaltskanzlei Waldorf Frommer Rechtsanwälte ist eine im gewerblichen Rechtsschutz für zahlreiche Medienunternehmen tätige Anwaltskanzlei. Die Kanzlei Waldorf Frommer Rechtsanwälte war bis zum August 2010 unter der Bezeichnung „Waldorf Rechtsanwälte“ aktiv. Die Anwaltskanzlei Waldorf Frommer Rechtsanwälte versandte bereits Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen an Werken folgender Rechteinhaber (nachfolgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):

  • AME hören GbR
  • Argon Verlag GmbH
  • AS Media GmbH
  • Carlsen Verlag GmbH
  • Constantin Film Verleih GmbH
  • Corbis GmbH
  • Der Audio Verlag GmbH – DAV Berlin
  • DHV der Hörverlag GmbH
  • Drömer Knaur GmbH & Co KG
  • EMI Music Germany GmbH & Co KG
  • Getty Images International
  • Hörbuch Hamburg HHV GmbH
  • LPL records e.K.
  • Patmos Verlag GmbH & Co KG
  • ROOF Music GmbH
  • Rowohlt Verlag GmbH
  • S. Fischer Verlag GmbH
  • Sony Music Entertainment Germany GmbH
  • Steinbach Sprechende Bücher
  • Tele München Fernseh GmbH + Co Produktionsgesellschaft
  • Tiberius Film GmbH
  • Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany GmbH
  • Universum Film GmbH
  • Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co KG
  • Verlagsgruppe Bastei Lübbe GmbH & Co KG
  • Verlagsgruppe Random House GmbH
  • Warner Bros. Entertainment GmbH
  • Warner Music Group Germany Holding GmbH

Die von der Kanzlei Walforf Frommer vertretene Unternehmen sind die Inhaber der ausschließlichen Nutzungsrechte des Lichtbild-, Musik- oder Filmherstellers zur Online-Verwertung des Werks bzw. der Medienträger. Die Medienunternehmen (bei Rechtsverstößen an Film- oder Musikwerken bei Filesharing Vorwürfen) greifen zur Ermittlung der Rechtsverletzungen – im Vorfeld des Aussprechens der Abmahnung durch die Münchner Rechtsanwaltskanzlei – regelmäßig auf die Dienste der ipoque GmbH zurück. Die ipoque GmbH ermittelt die illegale Verbreitung der auf den Bild- und Tonträgern der Rechteinhaber aufgenommenen Werke in Tauschbörsen. Das Ermittlungsunternehmen aus Leipzig verwendet eine Software, mittels der protokolliert wird, über welchen Internetanschluss eine bestimmte Datei zum Download angeboten wird. Im Ermittlungsdatensatz werden die Zeitpunkte sowie die IP-Adressen gelogged, welche dem betreffenden Nutzer von den mit ihm vertraglich verbundenen Internet-Provider zugewiesen wurde.

Inhalt der Waldorf Frommer Abmahnung – Haftung des Internetanschlussinhabers

In § 97a UrhG heißt es u.a. „Der Verletzte soll den Verletzer vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens auf Unterlassung abmahnen und ihm Gelegenheit geben, den Streit durch Abgabe einer mit einer angemessenen Vertragsstrafe bewehrten Unterlassungsverpflichtung beizulegen. Soweit die Abmahnung berechtigt ist, kann der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangt werden.“ Eine Abmahnung der Kanzlei Waldorf Frommer Rechtsanwälte, in der dem Abgemahnten ein Filesharing Vorwurf mit dem derzeitigen Betreff „Illegales Tauschbörsenangebot über Ihren Internetanschluss“ (Stand 13.01.2013) vorgehalten wird, setzt den Empfänger zunächst in Kenntnis über die Rechtswidrigkeit der der Abmahnung vorangegangenen illegalen Tauschbörsenangebots über den betreffenden Internetanschluss. Über den Internetanschluss des Angeschriebenen soll eine Internet-Tauschbörse besucht worden sein. Eine Internet-Tauschbörse, wie etwa eDonkey 2000 (kurz ed2k) oder BitTorrent, ist ein dezentrales Netzwerk, in dem Dateien getauscht werden können. Der sogenannte Peer-to-Peer Client ist die Eintrittskarte in die Internet-Tauschbörse. Er sorgt dafür, dass eine Datei, die ein Tauschbörsen-Nutzer auf die Festplatte seines Computers herunter lädt, zugleich auch allen anderen aktiven Tauschbörsenteilnehmern zum Download bereit gestellt wird.

In der betreffenden Tauschbörse soll nun – ausweislich der Abmahnung – das verfahrensgegenständliche und urheberrechtlich geschützte Werk des von der Kanzlei Waldorf Frommer vertretenen Rechteinhabers zum Download bereit gehalten worden sein. Dieses Anbieten des urheberrechtlich geschützten Werks zum Download stellt eine öffentliche Zugänglichmachung iSd. § 19a UrhG dar.

Nach Auffassung des Bundesgerichtshofes nach seinem Urteil vom 12.05.2010 zum Aktenzeichen I ZR 121/08 gilt, dass immer wenn ein geschütztes Werk der Öffentlichkeit von einer IP-Adresse aus zugänglich gemacht, die zum fraglichen Zeitpunkt einer bestimmten Person zu­geteilt ist, eine tatsächliche Vermutung dafür spricht, dass diese Person für die Rechtsverletzung verantwortlich ist. Daraus ergibt sich regelmäßig eine sekundäre Darlegungslast des Anschlussinhabers, der geltend macht, eine andere Person habe die Rechtsverletzung über seinen Anschluss begangen.

Wie gelangt der Abmahner über die vom Internet-Provider vergebenen IP-Adresse an die Daten des Anschlussinhabers?

Noch vor einigen Jahren wurde durch die Rechteinhaber regelmäßig eine Strafanzeige erstattet, um anschließend über die Akteneinsicht bei der zuständigenden Staatsanwaltschaft an die Daten des Internetanschlussinhabers zu gelangen. Nunmehr wird zumeist die Zivilgerichtsbarkeit bemüht, um an die begehrten Daten zu gelangen. Grundlage für den zivilrechtlichen Auskunftsanspruch bilden die §§ 101 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 iVm. Abs. 9 UrhG. Nach § 101 UrhG gilt: „Wer in gewerblichem Ausmaß das Urheberrecht oder ein anderes nach diesem Gesetz geschütztes Recht widerrechtlich verletzt, kann von dem Verletzten auf unverzügliche Auskunft über die Herkunft und den Vertriebsweg der rechtsverletzenden Vervielfältigungsstücke oder sonstigen Erzeugnisse in Anspruch genommen werden. Das gewerbliche Ausmaß kann sich sowohl aus der Anzahl der Rechtsverletzungen als auch aus der Schwere der Rechtsverletzung ergeben. […] In Fällen offensichtlicher Rechtsverletzung […] besteht der Anspruch unbeschadet von Absatz 1 auch gegen eine Person, die in gewerblichem Ausmaß […] für rechtsverletzende Tätigkeiten genutzte Dienstleistungen erbrachte […]“.

Nach Ansicht des BGH aus dem Beschluss vom 19.04.2012 zum Aktenzeichen I ZB 80/11 ist dabei nicht Voraussetzung, dass die rechtsverletzenden Tätigkeiten das Urheberrecht in gewerblichem Ausmaß verletzt haben. Vielmehr sei ein solcher Antrag nach § 101 Abs. 9 Satz 1 UrhG auf Gestattung der Verwendung von Verkehrsdaten zur Erteilung der Auskunft über den Namen und die Anschrift der Nutzer, denen zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte IP-Adressen zugewiesen waren, unter Abwägung der betroffenen Rechte des Rechtsinhabers, des Auskunftspflichtigen und der Nutzer sowie unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit in aller Regel ohne Weiteres begründet.

Auf das begründete Auskunftsbegehren wird dem Internet-Provider unter Berücksichtigung der maßgaben der vorgenannten Rechtsprechung gestattet, dem durch die rechtswidrige Handlung betroffenen Rechteinhaber Auskunft über die Identität des Internetanschlussinhabers zu erteilen.

Ansprüche der Rechteinhaber – Unterlassungserklärung, Aufwendungsersatz, Schadensersatz

Die Kanzlei Waldorf Frommer Rechtsanwälte meldet für den durch die Urheberrechtsverletzung betroffenen Rechteinhaber einen Anspruch auf Unterlassung an. Rechtsgrundlage für den Unterlassungsanspruch bildet der § 97 Abs. 1 UrhG. Nach § 97 Abs. 1 UrhG gilt: „Wer das Urheberrecht oder ein anderes nach diesem Gesetz geschütztes Recht widerrechtlich verletzt, kann von dem Verletzten auf Beseitigung der Beeinträchtigung, bei Wiederholungsgefahr auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. Der Anspruch auf Unterlassung besteht auch dann, wenn eine Zuwiderhandlung erstmalig droht.“

Damit wird deutlich zum Ausdruck gebracht, dass bereits bei einem einzigen begangenen Verstoß eine tatsächliche Vermutung für das Vorliegen einer Wiederholungsgefahr (also dafür, dass es zu weiteren Urheberrechtsverletzungen kommt) spricht. Grundsätzlich kann diese Vermutung einer Wiederholungsgefahr nur durch die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung ausgeräumt werden (BGH, Urteil vom 17.07.08, I ZR 219/05). Aus diesem Grunde wird mit der Abmahnung die Abgabe einer hinreichenden Unterlasungerklärung verlangt. Eine vorbereitete Unterlassungserklärung liegt der Waldorf Frommer Abmahnung bereits anbei. Die aktuellen Filesharing-Abmahnschreiben beigefügte Unterlassungserklärung weicht erkennbar von jenen Unterlassungserklärungen ab, welche die Münchner Rechtsanwälte den Abmahnungen z.B. im Jahre 2007 (seinerzeit firmierte die  Kanzlei noch unter dem Namen Waldorf Rechtsanwälte)  beifügten. In dieser aktuellen Unterlassungserklärung ist (zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrags) in der Kopfzeile das Aktenzeichen der Rechtsanwälte Waldorf Frommer erfasst. Im Anschluss daran finden sich Angaben zum Unterlassungsschuldner und dem Rechteinhaber (als Unterlassungsgläubiger bezeichnet). In einer Filesharing Angelegenheit wird der Abgemahnte angehalten das konkrete Werk oder Teile aus diesem der Öffentlichkeit zugänglich zu machen bzw. zugänglich machen zu lassen, wobei eine Individualisierung durch einen „Insbesondere-Vermerk“ mit Bezug zu Tauschbörsen im Internet geschaffen wird. In frühen Filesharing Abmahnungen fand sich regelmäßig keine Beschränkung auf das konkrete Film- oder Musikwerk. Mit der fristgetreuen Abgabe der beigefügten Unterlassungerklärung erwächst die Pflicht des Unter­lassungsschuldners für jeden Fall der schuldhaften Zuwiderhandlung eine angemessene Vertragsstrafe an den Un­terlassungsgläubiger zu entrichten, wobei die Höhe der Vertragsstrafe in das billige Ermessen des Unterlassungsgläubigers gestellt wird. Die Ausgestaltung der Unterlassungserklärung sieht aber vor, dass bei einem Streit über die Angemessenheit der Höhe der Vertragsstrafe eine Überprüfung vom vom zuständigen Landgericht stattfinden kann.

Ein Abgemahnter sollte regelmäßig davon absehen, die der Waldorf Frommer Abmahnung beigefügte Unterlassungserklärung in ihrer unveränderten Ausgestaltung abzugeben. Denn die rügelose Beibringung einer vom Abmahner vorbereiteten Unterlassungserklärung in unveränderter Form, wird von vielen Gerichten als abstraktes Schuldversprechen oder Schuldanerkenntnis iSd. §§ 780, 781 BGB (vgl. LG München I, Urteil vom 10.06.2006, AZ 21 S 6338/06; AG München, Urteil vom 13.07.2010, 161 C 33080/09; AG Köln, Urteil vom 23.01.2007, 124 C 375/06; a.A. OLG Celle, Urteil vom 15.11.2012, 13 U 57/12) gewertet. Auch wenn im Falle einer begründeten Abmahnung die Pflicht des Anschlussinhabers erwächst, eine rechtsverbindliche und ausreichende strafbewehrte Unter­lassungserklärung abzugeben, so kann vonihm nicht verlangt werden die vom Abmahner vorvormulierte Unterlassungserklärung beizubringen. Vielmehr sollte sodann über die modifizierung der Unterlassungserklärung nachgedacht werden.

Neben der Ausräumung der Wiederholungsgefahr durch die Abgabe einer hinreichenden strafbewehrten Unterlassungserklärung fordert die  Kanzlei Waldorf Frommer Rechtsanwälte namens und in Vollmaht des von ihr vertretenen Rechteinhabers einen Aufwendungsersatz. Der Aufwendungsertsatz umfasst den Ersatzanspruch im Hinblick auf die Rechtsverfolgungskosten. Im Kern sind dies Ermittlungskosten und Rechtsanwaltskosten. Rechtsgrundlage für die Ersattun der Rechtsanwaltskosten ist § 97a Abs. 1, in dem es in Satz 2 heißt: „Soweit die Abmahnung berechtigt ist, kann der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangt werden“. Zur weiteren Begründung der Erstattungsfähigkeit der Rechtsanwaltskosten verweisen die Waldorf Frommer Rechtsanwälte auf die §§ 683, 677, 670 BGB. Im weiteren Fließtext der Abmahnung unterbleibt auch der Hinweis auf § 97a Abs. 2 UrhG nicht. In § 97a Abs. 2 UrhG wird herausgestellt: „Der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen für die Inanspruchnahme anwaltlicher Dienstleistungen für die erstmalige Abmahnung beschränkt sich in einfach gelagerten Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs auf 100 Euro“. In den aktuellen Filesharing Abmahnungen der Waldorf Frommer Rechtsanwälte, die Bezug auf Urheberrechtsverletzungen an einem Film oder einem Musikalbum nehmen, wird die Anwendbarkeit des § 97a Abs. 2 UrhG verneint. Die Rechtsanwälte Waldorf Frommer vertreten die Ansicht, dass die erstattungsfähigen Rechtsanwaltskosten nicht nach § 97a Abs. 2 UrhG zu begrenzen seien, da die Voraussetzung der unerheblichen Rechtsverletzungnicht gegeben sei.

Insoweit folgt in der Abmahnung die Berechnung unter Anwendung der Maßgaben des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (kurz RVG). Angesetzt wird eine Geschäftsgebühr unter Zugrundelegung eines Gegenstandswertes von 10.000 EUR (soweit es um  die Verletzung der Rechte an einem einzelnen Film oder Musikalbum geht). Die Höhe des Gegenstandswertes wird dabei maßgeblich durch das Unterlassungsbegehren bestimmt. Angesetzt wird – unter dem vorgenannten Beispiel einzelner Werke – ein Aufwendungsersatz iHv. 506 Euro für die gesamten Rechtsverfolgungskosten – soweit eine außergerichtliche Beilegung herbeigeführt wird.

Neben den Rechtsanwaltskosten sind in der Abmahnung auch die Kosten der Ermittlung, die Gerichtskosten für das zivilrechtliche Gestattungsverfahren und die Kosten, die mit der Auskunft des Internetproviders einhergehen aufgeführt. Auch auf die Erstattung dieser Kosten besteht im Falle einer begründeten Abmahnung ein Erstattungsanspruch des Rechteinhabers gem.  § 101 Abs. 9 S. 5 UrhG iVm. § 128e Abs. 1 Nr. 4 KostO, bzw. gem. Anlage 3 zu § 23 Abs. 1 JVEG, Nr. 200/201.

Eine weitere in der Abmahnung angeführte Position ist der Schadensersatz. Nach § 97 Abs. 2 UrhG kann bei der Bemessung des Schadensersatzes entweder der Gewinn, den der Verletzer durch die Verletzung des Rechts erzielt hat, berücksichtigt werden oder der Schadensersatzanspruch kann auf Grundlage des Betrages berechnet werden, den der Verletzer als angemessene Vergütung hätte entrichten müssen, wenn er die Erlaubnis zur Nutzung des verletzten Rechts eingeholt hätte. Auf die letztgenannte Alternative stellt die Abmahnung Waldorf Frommer ab. Man spricht von der sogenannten Lizenzanalogiemethode. Wie es der Gesetzeswortlaut vermuten lässt, kann als Schadenersatz der Wert angesetzt, der als fiktive Li­zenzgebühr für die nutzungsgegenständliche Verwertung des Werkes üblicherweise zu entrichten wäre. Die Lizenzgebühr hat sich folglich am objektiven Wert der Benutzung auszurichten, d.h. dass nur die angemessene und übliche Gebühr bewilligungswert erscheint, da der Verletzer zum einen nicht schlechter, aber auch nicht besser getsellt werden soll, als ein vertraglicher Lizenznehmer (BGHZ 82, 310). Ausgegangen werden muss dabei von vernünftigen Lizenzvertragspartnern, die bereits im Zeitpunkt des Abschlusses des Lizenzvertrages die künftige Entwicklung und namentlich die Zeitdauer und das Maß der Nutzung vorausgesehen hätten (BGH, GRUR 1995, 578). Im Zusammenhang mit dem öffentlichen Zugänglichmachen eines Filmwerks oder Musikwerks wird insoweit unweigerlich auch die Aktualität des Werkes, seine Bekanntheit und Beliebtheit sowie der Bekanntheitsgrad seiner wirkenden Interpreten, eine Auswirkung auf die Höhe einer zu entrichtenden Lizenzgebühr haben. So werden die erzielbaren Lizenzgebühren für die Verwertungsmaßnahmen im Internet an einer höchst erfolgreichen Kinderbuch-Verfilmung rund um einen jungen Zauberschüler, eine andere Qualität erfahren, als jene Lizenzgebühren, die im Zusammenhang mit einer zweitklassigen Independent-Produktion, zwischen den Lizenzpartnern erörtert werden. In der Abmahnung wird als pauschaler Schadensersatz bei der Verletzung der Rechte an einem einzelnen Film bzw. Musikalbum eine Summe von 450 Euro angeführt. Die Akzeptanz steht unter der Prämisse, dass das Vergleichsangebot der Waldorf Frommer Rechtsanwälte für den jeweiligen Rechteinhaber fristgetreu vom Verletzten überwiesen wird.

Frist für den Eingang der Unterlassungserklärung und Zahlungsfrist

Wie in nahezu jeder Abmahnung in urheberrechtlichen Auseinandersetzungen findet sich auch in der Abmahnung Waldorf Frommer eine Frist für den Eingang der Unterlassungserklärung. Diese wird von vielen Abgemahnten als knapp empfunden. Gleichsam hat eine kurze Frist insoweit durchaus ihre Berechtigung, wie im folgenden dargestellt werden soll. Nun verhält es sich nämlich so, dass ein Rechteinhaber gelegentlich auch gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen muss, etwa weil ein Rechtsverletzer auf eine Abmahnung keine Unterlassungserklärung abgibt. Zur vorläufigen Sicherung der Rechte des durch die verletztende Handlung Benachteiligten, kann dieser etwa eine einstweilige Verfügung bei dem zuständigen Gericht erwirken. Die einstweilige Verfügung ist ein Eilverfahren und dient der vorläufigen Sicherung der Rechte des verletzten Rechteinhabers. Sie ist ein wirksames Instrument, um etwa dem fortwährenden rechtswidrigen öffentlichen Zugänglichmachen eines Films im Internet entgegen zu treten, denn schließlich droht mit jedem Tag der Bereitstellung eine potentielle Verbreitung des Films und eine wirtschaftliche Beeinträchtigung des Rechteinhabers.

Die einstweilige Verfügung untersteht aber strengen Voraussetzungen. Neben einem Verfügungsanspruch muss auch ein Verfügungsgrund vorliegen. Bezüglich des Verfügungsgrundes sei nun nachfolgender Hinweis erlaubt. Die Waldorf Frommer Rechtsanwälte haben ihren Kanzleisitz – wie bereits geschildert – in München und begleiten mitunter in München auch zahlreiche gerichtliche Auseinandersetzungen in Verfahren mit thematischem Bezug zum Filesharing. Nun verhält es vor den Gerichten in München – wie vor zahlreichen andere Gerichten auch – so, dass der Verfügungsgrund abgelehnt wird, wenn ein Rechteinhaber den Antrag auf Erlass der einstweiligen Verfügung erst nach langem Abwarten stellt. Das Landgericht München I, hat in diesem Zusammenhang mit seinem Urteil vom 19.02.2009 zum Aktenzeichen 7 O 1686/09 heraus gestellt: „Der Erlass einer einstweiligen Verfügung setzt gem. § 940 ZPO eine Eilbedürftigkeit voraus. Die tatsächlichen Voraussetzungen hat der Antragsteller glaubhaft zu machen. Bringt jedoch ein Antragsteller durch zu langes Zuwarten zum Ausdruck, dass ihm die gerichtliche Durchsetzung seines Anspruchs nicht besonders eilig ist, ist die Eilbedürftigkeit zu verneinen. Davon ist nach ständiger Rechtsprechung des OLG München auszugehen, wenn ein Antragsteller länger als einen Monat untätig bleibt (st. Rspr. des OLG München, vgl. ZUM-RD 2002, 556), es sei denn, es liegt ein triftiger Grund für das Untätigbleiben vor (st. Rspr. des OLG München, vgl. zuletzt MMR 2003, 270-271). Diese Grundsätze sind im gesamten Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes anzuwenden (vgl. OLG München, Mitt. 1996, 312“. Aus diesem Grund ist die Kanzlei Waldorf Frommer Rechtsanwälte unweigerlich gehalten, eine entsprechend kurze Frist zur Ausräumung der Wiederholungsgefahr in der Abmahnung zu setzen. Andernfalls würde man sich in Erklärungsnot im Hinblick auf eine mangelnde Einbedürftigkeit beim Erfordernis eines Verfügungsantrages begeben.

Abweichend zur Frist zum Eingang der Unterlassungserklärung ist in der Abmahnung Waldorf Frommer auch eine Zahlungsfrist gesetzt. Die Zahlungsfrist ist Voraussetzung für die wirksame Annahme des seitens der Kanzlei Waldorf Frommer gesetzten Vergleichsangebots. Nach diessetiger Ansicht ist diese Frist zumeist moderat gesetzt und eröffnet dem Abgemahnten auch die Möglichkeit sich ohne große Fristprobleme einer vorherigen anwaltlichen Beratung zu unterziehen.

Informationen aus dem Ermittlungsdatensatz

Der Abmahnung liegt auch ein Ermittlungsdatensatz anbei. Dieser trägt (in seiner diesem Artikel zugrundeliegenden Ausgestaltung) neben den Daten zum Provider, zur Benutzerkennung und dem Anschlussinhaber auch die folgend überschriebenen Angaben „Beginn Angebot“, „Ende Angebot“, „IP-Adresse“, „File-Hash“ und „Werk“. Zunächst kann ein Abgemahnter anhand der hier getätigten Angaben prüfen, ob sein Provider und seine Benutzerkennung richtig erfasst wurde. Zugrundezulegen ist freilich das Telekommunikationsdienstleistungsverhältnis, das im Zeitraum des Angebotbeginns bestand – ein späterer Providerwechsel bleibt unberücksichtigt – der Anschlussinhaber hat sich daher an den Daten seines von ihm zur Tatzeit unterhaltenen Internetserviceprovidervertrags zu orientieren.

Der Inhalt des Feldes IP-Adresse kann für den Abgemahnten von nur untergeordneter Bedeutung sein. Denn seine aktuelle IP-Adresse wird zumeist (s.o. Hinweis zur dynamischen IP Adresse) – von der im Ermittlungsdatensatz erfassten – abweichen. In vielen Fällen werden aber nur die letzten sechs Ziffern der IP-Adresse differieren, sodass ein Blick auf ein IP-Adressermittlungs-Skript zumindest nicht schaden sollte. Es finden sich zahlreiche Seiten im Internet, die eine derartige Anzeige der eigenen aktuellen öffentlichen IP-Adresse gestatten, etwa wieistmeineip.de oder speedreport.de/wie-ist-meine-ip/.

Von größerem Interesse dürfte der File-Hash Wert sein. Mittels diesem kann man nicht selten über eine Internetrecherche den Dateinamen sowiegelegentlich weitere Informationen in Erfahrung bringen. Als File-Hash bezeichnet man eine Prüfsumme zur Umgehung von Fehlern beim Datenübertragungsvorgang. Der File-Hash macht eine Datei sozusagen identifizierbar. Man kann mit dem File-Hash z.B. prüfen ob der Inhalt einer Datei tatsächlich dem vermuteten Inhalt derselben entspricht. Interesse gelegt werden sollte bei der Recherche auf Hinweise zur Qualität der abmahnungsgegenständlichen Datei, zu deren Namen sowie zum Inhalt. Nicht selten gibt es nämlich mehrere Releases eines Films oder Musikstücks, die mitunter nicht nur unterschiedliche Veröffentlichungsdaten haben, sondern unter Umständen auch stark abweichende Darstellungsqualitäten aufweisen (man denke beispielsweise an die minderwertigen Mic-Dubbed Releases). All diese Informationen können mit dem zur Beratung herangezogenen Rechtsanwalt erörtert werden. Die Waldorf Frommer Abmahnung sollte stets ernst genommen werden. Ein nachlässiger Umgang mit derselben kann mitunter kostenträchtige Nachteile bedingen. [Update 27.01.2013]