Die Mediation ist ein strukturiertes Verfahren zur Konfliktbewältigung. Nicht nur in der wirtschaftsrechtlichen Auseinandersetzung, sondern auch in Konflikten im Arbeitsalltag und im betrieblichen Umfeld kann die Mediation zur außergerichtlichen und gütlichen Beilegung eines Disputs herangezogen werden.

Der Streit am Arbeitsplatz

Differenzen im Arbeitsalltag können den betrieblichen Ablauf nachhaltig stören. Konfliktherde im betrieblichen Umfeld sind vielfältig. Auseinandersetzungen können unter Arbeitskollegen oder unterschiedlichen Abteilungen, zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber oder zwischen Zugehörigen unterschiedlicher Unternehmen oder Vertriebspartnern entstehen.

Auch die Anlässe sind vielseitiger Natur. Die Ursachen reichen von Streitigkeiten über Betriebsabläufe bis hin zu Kompetenzauseinandersetzungen. In der innerbetrieblichen Konfliktlösungspraxis sind auch Mobbing-Vorwürfe nicht ungewöhnlich.

Für Außenstehende mögen die ersten Anlässe oftmals von nachrangiger Bedeutung sein. Doch für diejenigen, die in einen Konflikt an der Arbeitsstätte involviert sind, wirkt die Situation oftmals lähmend. Konfliktherde in einem Unternehmen hemmen nicht nur die Unternehmensproduktivität. Sehr häufig führt ein innerbetrieblicher Konflikt zu einer „Grüppchen-“ bzw. „Lagerbildung“ unter den übrigen Arbeitskollegen, auch wenn diese nicht unmittelbare Konfliktbeteiligte sind. Die psychische Belastung für Konfliktparteien in Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz offenbart sich nicht selten als Zerreißprobe. So bleibt den Parteien in letzter Konsequenz häufig nur die Abwägung zwischen der Aufrechterhaltung eines nervenaufreibenden Arbeitsverhältnisses oder dessen Auflösung. Die Anrufung der Gerichte kann in einigen Fällen eine Beruhigung herbeiführen. Ein Gros der betrieblichen Auseinandersetzungen wird jedoch außerhalb des Gerichtssaals fortgeführt. Dies findet seinen Grund in dem Umstand, dass sich stetig neue Anlässe für die Wiederauflebung eines betrieblichen Konflikts finden. Denn schließlich arbeiten in den meisten mittelständischen Unternehmen alle Betriebsangehörigen auf engem Raume zusammen, wobei die Kompetenzträger vieler Unternehmen bei der Einstellung und Zusammensetzung der Mitarbeiter weniger zwischenmenschliche, als vielmehr fachliche Faktoren berücksichtigen. Ein Betrieb bildet damit stets auch eine Zweckgemeinschaft und zwar eine solche, in der die meisten Bundesbürger die längste Lebensetappe verbringen. Ohne einen gefestigten Betriebsfrieden mag dieser ohnehin schon lange Lebensabschnitt für die betroffenen Betriebszugehörigen als eine kaum zu überbrückende Zeitspanne darstellen. Einen Verbleib im Unternehmen bis zum Rentenalter muten sich nur wenige Konfliktbetroffene zu.

Lösungsansätze für Streitigkeiten am Arbeitsplatz

Für die Beilegung von zerfahrenen Streitigkeiten am Arbeitsplatz bedürfen die Streitparteien nicht selten einer fachkundigen Hilfe. Die innerbetriebliche Mediation kann Konfliktparteien oft die letzte Möglichkeit zur Beilegung der Auseinandersetzung bieten. Die Mediation ist eine effektive Streitbeilegungsmethodik. Sie ist allerdings unabdingbar von der freiwilligen Verfahrensbeteiligung der streitenden Arbeitskollegen abhängig. Vorgesetzte  können die Beteiligung an einem Mediationsverfahren somit anregen, sie zu erzwingen würde freilich den Verfahrenserfolg gefährden. In verschiedenen Phasen nimmt sich ein mit innerbetrieblichen Konfliktlösungen betrauter Mediator der Streitbeisetzung an. Seine Tätigkeit ist nicht vergleichbar mit dem in größeren Firmen mitunter eingerichteten Vertrauenspersonal oder Firmenschlichtern. Vielmehr ist der klassische Betriebsmediator ein externer Dienstleister; nur so kann er von allen Verfahrensbeteiligten als unabhängige Institution akzeptiert werden. Der Mediator steht keinem Schiedsgericht vor und er ist auch kein Schlichter. Der Mediator ist als allparteilicher und mit der Streitbeilegungsmethodik vertrauter und in der Deeskalationsrethorik geschulter „Konfliktmanager“ zu sehen. Im Gegensatz zum Schlichter und Schiedsgericht unterbreitet der Mediator keine Lösungsvorschläge. Vielmehr leitet der Betriebsmediator die streitenden Arbeitskollegen zu ihren eigenen Lösungsansätzen. Gerade auf diesem Umstand stützt sich der Kernpfeiler des modernen Konfliktmanagements und die Nachhaltigkeit der eigenständig erarbeiteten Lösungsansätze.

Vorzüge der innerbetrieblichen Mediation

Die innerbetriebliche Mediation profitiert zum einen von der Erfahrung des Mediators und zum anderen von den Vorzügen der durch ihn angewandten Streitbeilegungssystematik. Streng genommen gibt es nicht „die Mediation“. Vielmehr bietet das Mediationsverfahren nur den groben Strukturrahmen und ein Portfolio mannigfaltiger Stilmittel, aus denen sich der Mediator bedient. Der Betriebsmediator entscheidet selbstständig welches Verfahrensmittel zu welchem Zeitpunkt eingesetzt werden sollte. So obliegt dem Mediator beispielsweise die Entscheidung darüber, welche Personen wann dem Verfahren beiwohnen sollten, wann Emotionen hilfreich und wann sie verfahrenslähmend sein können, welche Gespräche vertraulich nur mit dem Mediator und welche Umstände im Dialog der Streitparteien ausgeführt werden sollten. Einige einschlägigen literarischen Fachwerke vergleichen den Betriebsmediator gar mit einem Trainer, der vor, während und nach einem Aufeinandertreffen Auswertungen zu treffen und aus deren Erkenntnissen Strategien zu entwickeln hat. Diese Vergleiche gehen meines Erachtens fehl und mißverstehen die Komplexität und Dynamik einer Auseinandersetzung. Denn während ein Trainer während eines Aufeinandertreffens nur noch wenige Änderungen seiner vorbereiteten Strategien ansetzen kann und die Aufgabe der Motivation der Beteiligten wahrnimmt, hat ein Mediator gerade während der Mediation einfühlsam auf die Parteien einzugehen und diese zielgerichtet und zukunftsorientiert unter einer steten Anpassung seiner stilistischen Mittel bei der Findung einer tragfähige Lösung zu unterstützen. So geht es weniger um eine Vergangenheitsbewältigung oder gar Schuldzuweisung, sondern um die zukunftsgerichtete gemeinsame Gestaltung des betrieblichen Arbeitsklimas.
Tipp: Hier finden Sie ein paar Tipps zu Verbesserung des Arbeitsklimas und der Teamarbeit.

Dabei genießt der Inhalt der Mediation eine strenge Vertraulichkeit. In vielen Fällen kann die innerbetriebliche Mediation zeitsparend und kostenorientiert den Betriebsfrieden nachhaltig stärken, sodass sich die Unternehmensbeteiligten wieder gemeinsam der Umsatzförderung des Betriebes widmen können.

Kosten einer innerbetrieblichen Mediation

Regelmäßig werden mit innerbetrieblichen Mediatoren Vergütungsvereinbarungen nach einem festen Pauschalhonorar oder einer Zeitvergütung geschlossen, die dem Haftungsrisiko des Mediators im betrauten Sachverhalt Rechnung tragen. Der Mediator wird in aller Regel in einer Vorbesprechung die Konditionen seiner Betrauung mit den Medianten erörtern.

Soweit Sie Fragen zum Thema Streit am Arbeitsplatz haben, steht Ihnen Rechtsanwalt und Mediator Markus Rassi Warai aus Minden, der über die Anerkennung als Gütestelle verfügt, gerne zur Seite.