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Mediation in der Familie

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Ein Familienstreit kann vielschichtig sein. Wie in allen anderen zwischenmenschlichen Lebensbereichen gibt es auch innerhalb einer Familie zahlreiche Auseinandersetzungen. Ein Familienstreit kann sich als Generationenstreit, aber auch als Streit unter Geschwistern oder Ehepartnern offenbaren. Die meisten Familienstreitigkeiten lassen sich innerhalb der Familie in einem offenen Gespräch klären. Doch gelegentlich gibt es zwischen Familienmitgliedern Konflikte, welche die Betroffenen nicht selbst beilegen können.

Streitthemen in der Familienmediation

Ein Streitthema ist nicht selten das Geld bzw der Unterhalt. Der Unterhalt erfasst die Leistungen, die zur Sicherstellung des Lebensbedarfs erforderlich sind. Er schafft ein Maß der sozialen Absicherung. Der Unterhalt wird landläufig auch mit dem eigenen “Dach über dem Kopf” oder den “Nahrungsmitteln im Kühlschrank” assoziiert. Dem Unterhalt wird insoweit eine tragende Funktion zu Teil. Aus diesem Grund ist der Unterhalt im Gesetz verankert – insbesondere in den Vorschriften im Familienrecht.

Mit der Begründung einer Familie erwächst die Unterhaltspflicht. Doch gerade aufgrund seiner tragenden Bedeutung kommt es immer wieder zu Konflikten und Auseinandersetzungen unter Ehegatten oder Kindern und Eltern, wenn sich jemand im Hinblick auf Unterhaltsleistungen benachteiligt sieht. Eine Mediation kann Familien helfen, Lösungen für einen Streit über den Unterhalt zu finden, auch wenn die Familie nicht mehr zusammen lebt. Die Mediation kann insoweit eine schnelle, unbürokratische und für alle Familienmitglieder (d.h. für den Unterhaltsberechtigten und den Unterhaltspflichtigen) faire Vereinbarung herbeiführen.

Konfliktherde in der Familie

Die Familienmediation kann auch in anderen familiären Konfliktherden eine Unterstützung bieten. Die klassische Familienmediation behandelt das Thema Trennung und Scheidung und kann Lösungsansätze auf dem Weg zur Scheidungsfolgenvereinbarung bieten. Soweit man hingegen von der „aparten Familienmediation“ spricht, geht es um eine Konfliktbeilegungsmethodik, die vor einer Distanzierung der streitenden Familienmitglieder ansetzt und nach Wegen sucht, diese Familienmitglieder wieder zusammenzuführen. Die Konfliktpotentiale im Familienstreit sind sehr vielgestaltig. So findet die familiäre Mediation u.a. Anwendung in Familienstreitigkeiten in finanziellen Angelegenheiten, in familiären Auseinandersetzungen über eine Betriebsnachfolge, in Familienkonflikten aufgrund einer Benachteiligung oder Vernachlässigung bzw. Überbeanspruchung eines Familienmitgliedes, sowie in familiären Auseinandersetzungen in denen das Gefühl der Eifersucht oder der Hintergehung einen Familienangehörigen belastet.

Aparte Familienmediation

Die „aparte Familienmediation“ kann helfen, innerfamiliäre Konflikte beizulegen und damit Lösungsansätze in sensiblen Lebensbereichen bieten, die sich mitunter einer gerichtlichen Beilegung entziehen, weil etwa das Gesetz keine Regelungen über diese Lebensbereiche vorsieht. Die Familienmediation ist ein kommunikationsorientiertes strukturiertes Konfliktbeilegungsverfahren mit einer beachtlichen Tradition. Die Mediation an sich trägt ihre Wurzeln bereits in der Antike. Sie erfuhr nach und nach ihre Erweiterung auf andere Lebensbereiche. Von den amerikanischen Bundesgerichten wird das Mediationsverfahren als vorrangige „alternative dispute resolution“ angesehen. In der Überzahl der us-amerikanischen Bundesstaaten gibt es bereits seit vielen Jahren gesetzliche Regelungen, die es dem zuständigen Familienrichter gestatten, die Streitparteien in familienrechtlichen (insb. umgangsrechtlichen und sorgerechtlichen) Verfahren vor dem Beschreiten des Gerichtswegs auf die vorrangige Durchführung einer Familienmediation zu verweisen.

Die Familienmediation unterscheidet sich nachhaltig vom Gerichtsverfahren, einem schiedsgerichtlichen Verfahren oder einer Streitschlichtung. Die Mediation ist für alle Beteiligten freiwillig. Die Entscheidung einen familiären Streit beizulegen muss daher von den Familienangehörigen motiviert sein. Der Mediator unterstützt die Medianten auf der Suche nach einer für alle Beteiligten tragfähigen Lösung aus dem Konflikt.

Dabei durchläuft jede Mediation verschiedene Phasen:

  • Vorbereitungsphase
  • Themenzusammenstellung
  • Erfassung der Positionen
  • Interessenphase
  • Lösungsphase
  • Rechtsverbindliche Abschlusserklärung

Familienmediation ist nicht gleich Familienmediation

Obgleich der Rahmen der Mediation damit vorgegeben wird, ist jede Mediation anders. Dies begründet sich neben der jeweiligen Persönlichkeiten der Medianten auch in der Person des Mediators, der das Mediationsverfahren leitet und selbstständig in dem entsprechenden Verfahrensstand über die Anwendung der jeweils angemessenen Kommunikations- und Streitbeilegungstechniken entscheidet. Daher ist es wichtig, dass alle beteiligten Familienmitglieder den Mediator als allparteilichen Verfahrensleiter akzeptieren. Unter einer bestehenden Antipathie zwischen den streitenden Familienangehörigen und dem Mediator vermag kaum eine Streitbeilegung anzudenken sein. Dies kann bereits in der Vorbesprechung abgeklärt werden, in welcher auch der Mediator zu entscheiden hat, ob der ihm angetragene Konflikt dem Mediationsverfahren zugänglich ist.

Soweit Sie sich in einem Familienstreit befinden und über die Beschreitung des Mediationsverfahren nachdenken, steht Ihnen der Mindener Rechtsanwalt und Mediator Markus Rassi Warai gerne zur Verfügung.