Trojaner in angeblicher DHL SMS

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SMS Trojaner
SMS mit angeblichem DHL Ursprung enthält Trojaner

Am heutigen Tage erreichte zahlreiche Handybesitzer eine Nachricht als Short Message Service (kurz SMS). Diese soll ausweislich ihres Inhaltes auf eine DHL Zustellung hindeuten. Die Nachricht enthält nicht nur zahlreiche Rechtschreibmängel, sondern auch einen gefährlichen Hyperlink.

Die SMS Nachricht lautet „[Name], Ihr DHL Packung ist ihnen geliefert, verfolgen Sie online über http://.goo…gl/ah.VeDR“ (Link aus Sicherheitsgründen vom Autoren dieses Beitrages geändert).

Vorsicht vor Link in SMS

Folgt man der in der Nachricht enthaltenen Aufforderung, öffnet sich der dem jeweiligen Handysystem unterstehende Standardbrowser, und leitet über den Link Shortener Service goo.gl den Nutzer auf eine Seite des Cloud Storage Dienstleisters dropbox.com. Auf Dropbox können Online Daten hinterlegt werden. In diesem hier angelegten Dropbox Bereich findet sich eine Datei mit der Bezeichnung DHL.apk. Die Dateibezeichnung apk steht für „android application package file“. Android ist ein weit verbreitetes Smartphone-Betriebssystem der Google Inc. APK-Dateien dienen folglich u.a. dem Zwecke, Programme auf Android Systemen zu installieren.

Im Falle der Installation der DHL.apk Datei würde sich auf dem betroffenen Handy ein sog. Trojaner installieren. Trojaner oder Trojanische Pferde sind Schadprogramme, die als Anwendung getarnt im Hintergrund bestimmte Dienste ausführen. Das Schadprogramm in der angeblichen DHL SMS wird im Hintergrund aktiv und schliesst kostenpflichtige Abonnement Verträge ab, die letztlich mit der Mobilfunkrechnung des Handybesitzers zur Abrechnung gebracht werden.

DHL warnt vor SMS

Der Paketdienst DHL warnt auf seinem Internetauftritt vor vergleichbaren Methoden. Empfänger der Nachricht sollten diese ungelesen löschen. Tut ein Handybesitzer dies nicht und folgt statt dessen dem Link, so drohen hohe Kostenrechnungen auf der Abrechnung des eigenen Mobilfunkanbieters.

Dabei sind die Dienste, die über den Telekommunikationsdienstleister abgerechnet werden, Internetdienste von Drittanbietern, zu deren Inanspruchnahme die eigene Mobiltelefonnummer mit übertragen wird. Damit geht es zunächst um Ansprüche Dritter, die dem Handynutzer entgegen gehalten werden. Es wird sich insoweit auf einen Vertrag zwischen einem Dritten und dem Handynutzer berufen.

Kosten auf Mobilfunk-Rechnung

Diese können nur deswegen über die Rechnung des eigenen Telekommunikationsdienstleisters abgerechnet werden, da dieser per Vertrag von dem Drittanbieter entsprechend mit dem Forderungseinzug gegenüber seinem Kunden betraut wurde. Im Verhältnis zum Kunden wird dem Mobilfunkprovider eine solche Kompetenz nur deswegen zugestanden, da die AGB oder Nutzungsbedingungen des Mobilfunkanbieters entsprechende Klauseln enthalten. In den meisten Fällen beinhalten diese gar Bestimmungen aus denen hervorgeht, dass der Mobilfunkanbieter die Forderungen zuvor vom Fremdleistungsanbieter erworben hat.

Taucht eine entsprechende Leistungsposition auf einer Handyrechnung auf, so sollte diese gegenüber dem eigenen Telekommunikationsdienstleister moniert werden. Auch wenn die Mobilfunkanbieter in der Praxis nur allzu gerne auf die Drittanbieter verweisen, Ansprecpartner bleibt idR der eigene Telekommunikationsdienstleister, obgleich es sich ja eigentlich um Verträge handelt, die mit einem Dritten geschlossen wurden. Hintergrund ist die Vorschrift des § 404 BGB. Dieser eröffnet dem Schuldner Möglichkeiten, dem neuen Gläubiger die Einwendungen entgegenzusetzen, die zur Zeit der Abtretung der Forderung gegen den bisherigen Gläubiger begründet waren.

Verteidigung gegen die Kostenrechnung

Dabei sind im Falle der anbeblich von DHL stammenden SMS folgende Einwendungen von Relevanz. Es erfolgte kein wirksamer Vertragsschluss. Bei der Abgabe der Willenserklärung zu einem etwaigen Vertragsschluss mit dem Drittanbieter wollte der Handynutzer eine Erklärung über einen kostenpflichtigen Dienst gar nicht abschließen. In Kenntnis der Kostenpflichtigkeit hätte der Handynutzer keine Willenserklärung zum Vertragsschluss abgegeben. Auch über den Umstand, dass es sich um ein Abonnement handelt wurde der Handybesitzer im Unklaren gelassen. Damit kann er seine Willenserklärung nach § 119 BGB anfechten, wobei die Anfechtungsfrist aus § 121 BGB beachtet werden sollte.

Ferner kann der Handynutzer im Rahmen er Widerrufsfrist von seinem Recht auf Widerruf seiner Vertragserklärung Gebrauch machen.

Ob und inwieweit ein Handybesitzer die ihm entgegen gehaltenen Kosten erstatten muss, sollte im Einzelfall geklärt werden. Es sei Betroffenen anzuraten, zeitnah einen versierten Rechtsanwalt beizuziehen.